Die Freiheit ist irgendwo da draußen…

Bild via Pexels

Ich sitze hier mit meinem Smartphone, irgendetwas stimmt nicht, es fühlt sich beengt an, ich fühle mich nicht frei. Sicher, ich kann umständlich längere Text verfassen. Ich kann mit einer App mit meinen Freunden in Kontakt bleiben. News, auch kein Problem, kurze Happen, die ich leicht verdauen kann ohne große Tiefe. Wenn ich mal Lust habe, telefonieren geht auch noch. Doch darüber hinaus fehlt mir die versprochene Freiheit. Gab es da mal nicht viel mehr, wenn man eine Verbindung zum Netz hatte? Gab es nicht überhaupt mal mehr, wenn man einen Computer hatte?

Es reicht, denke ich mir so, ich muss hier raus. Raus aus dieser Welt von Apps, die meine Sicht beschränken und Neugierde nicht befriedigen. Raus aus einer Flut von Messages, die mir auch egal sein können, weil ihnen die Tiefe fehlt um einem das Gefühl von Freiheit zu geben. Ich verlasse diese Sphären und konzentriere mich auf die Welt um mich, ich sitze in der Bahn und werde gleich durch die Stadt hinaus in die Natur gehen. Ich beschließe es zu genießen, die Bilder der Natur und seiner Bewohner. Die frische Luft und all die anderen Eindrücke. Ich bin neugierig und möchte die Welt verstehen, die ich sehe, später auch die digitale Welt.

Es war ein erfrischender Ausflug, die Freiheit der Natur hat mir keine andere Möglichkeit gelassen, das Smartphone zur Seite zu legen. Und da lasse ich es auch liegen, ich erinnere mich an meinen Gedanken vor dem Spaziergang. Gab es da nicht mal mehr jenseits des Raumes „Smartphone“? Jenseits irgendwelcher geschlossenen App-Welten, die uns den Anschein von Vielfalt und Auswahl vorgaukeln?

Ich setze mich an meinen Computer, einer ohne Mini-Apps für jede noch so kleine Aufgabe. Nein, so einen richtigen PC. Hier habe ich die Wahl zwischen Windows, Linux und anderen Systemen. Der große Screen, eine vollwertige Tastatur und Maus lassen mich Dinge schneller und einfacher erledigen. Eine App für eine Website? Fehlanzeige, es gibt nur eine App für alle Websites, genannt Browser. Ich kann sie sogar parallel nutzen, Chrome, Firefox, Edge oder eine andere Alternative, wenn es sein muss.

Meine Anwendungen sind nicht ständig online um zu funktionieren und meine Daten damit auch nicht. Mit Libre Office habe ich eine Office Suite mit lokaler Datenbankanbindung. Eine Suite, nicht 20 Apps für jedes kleine Problem, damit kann man seinem Officeerlebnis fröhnen, alles unter einem Dach. Nachdem ich einen Text für meinen Vermieter verfasst habe, entschließe ich mich dann doch wieder Online zu gehen. Am PC versteht sich, um mehr Freiheit zu haben. Ich möchte chatten, der Klarnamenzwang auf diesem FB ist nicht mein Ding, ich erinnere mich an Internet Relay Chat oder kurz IRC. Hier kann man durch tausende von Räumen wandern, sich treiben lassen, lauschen oder sich beteiligen. Hier draußen in Freiheit gibt es noch viel mehr, so richtige Foren in denen man sich austauscht, von allgemein bis fachspezifisch. Es hat etwas, gemeinsam mit der realen Welt, dieses unbeschnittene Netz, man kann vielmehr entdecken, wenn man es verstehen will und über die Smartphone gesteckten Grenzen hinaus geht. Hier gibt es soviel zu entdecken und zu lernen denke ich, dass man sein Smartphone auf das beschränken will wozu es nützlich ist, zur Kommunikation mit Kontakten.

Zwischenzeitlich habe ich für meine Blogs ein Bild mit Gimp bearbeitet und mit Inkscape eine Infografik erstellt. Ah, da war ja noch was, jenseits der großen gibt es viele kleine Websites, auf die wir gar nicht mehr aufmerksam werden. Jedenfalls dann, wenn wir in unseren „geschlossenen Räumen“ bleiben. Ich verbringe etwas Zeit mit der Suche auf wordpress.com und lasse mich von Blog zu Blog treiben. Viele Meinungen, viele Gedanken, viel Unterschiedliches.

Jetzt ist mir nach ein paar konkreten Informationen, nicht diese Häppchen aus Sozialen Netzwerken und Angeboten, die sich Nachrichtenwebsites nennen. Ich will mehr über etwas wissen, das Thema tiefer bearbeiten. Neben Google gibt es für den Einstieg DuckDuckGo und auch yandex.com. Die Wikipedia hilft für’s Erste auch weiter, bis ich verschiedene Seiten gefunden habe, die das Thema tiefer behandeln. Ich wollte wissen, wie das so ist mit dem Computer und Web, einfach erfahren, wie es funktioniert.

Ich habe gefunden was ich suche, für heute reicht es aber. Hmmm, sitzend an meinem PC denke ich, die Welt will entdeckt werden, auch die digitale. Warum lassen wir uns dann freiwillig in ein Korsett zwingen, das sich Smartphone, App oder soziales Netzwerk nennt? Warum kaufen wir nur noch bei einem großen Onlinehändler? Warum lassen wir uns mit einfachen und schönen Oberflächen abspeisen, ohne wissen zu wollen, was dahinter steckt? Sind wir zu faul geworden? Haben wir unsere Neugierde verloren? Dabei bin ich überzeugt, Neugierde und Interesse führen zu Wissen und die Freiheit ist irgendwo da draußen. Wir müssen sie nur nutzen, wenn wir sie finden wollen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.