Wie viel Online-Mobilität brauchen wir eigentlich?

Bild via Pexels.com

Smartphones, Notebooks und vor allem das mobile Internet machen es uns schmackhaft und versprechen uns Zugang zu unseren Daten, da wo wir gerade sind. Dazu gibt es noch Kommunikation an jedem Ort und 24 Stunden, rund um die Uhr, wir sind immer erreichbar. Anwendungen und Spiele versprechen uns Nutzen oder dienen dem Spaß und dem Zeitvertreib. Doch was brauchen wir wirklich? Wie nützlich ist der ständige Onlinezugang wirklich? Reicht nicht vielleicht das heimische W-Lan oder ein gelegentliches Update?

Immer öfter sehe ich Menschen, die sind ständig Online mit ihren Smartphones. Zombihaft bewegen sie sich durch die reale Welt. In der Straßenbahn, in Wartebereichen, sogar wenn sie sich scheinbar unterhalten. Der Blick hängt fest am Display, die Welt um sie herum scheint nicht da zu sein. Oder während man sich unterhält, schweift der Blick ständig auf das Gerät, schließlich kommt ja ein Update nach dem anderen.

Es gibt für mich zwei Indizien dafür, dass der versprochene Mehrwert eigentlich gar keiner ist.

Fangen wir mit dem ersten Punkt an. Zum richtigen Arbeiten sind Smartphones durch ihre Displaygröße wohl kaum geeignet, selbst die Geräte, die man schon fast als Schneidebrettchen in der Küche nutzen könnte. Note- und Netbooks sieht man dagegen sehr selten unterwegs, was wohl durchaus am Formfaktor liegen mag. Ok, was bleibt also zu tun mit der Technik? In Kontakt bleiben, spielen und natürlich keine News verpassen. Ach ja, als Navigationssystem taugen sie auch noch. Für mich irgendwie nicht so der Bringer und schon gar kein Grund für mich, dafür teilweise über 600€ auszugeben.

Was ich hier natürlich nicht unerwähnt lassen möchte, Finanzen kann man mit seinem Smartphone ja auch im Blick behalten. Braucht das wirklich jemand unterwegs? Bezahlen? Geht schneller mit Bargeld! Der aktuelle Kontostand? Den sollte man sich doch wenigstens in etwa merken können oder? Na gut, vielleicht gefällt es jemandem, alle zwei Stunden diesen betrachten zu müssen. Zumal man gerade bei so einem wichtigen Thema, durchaus etwas Zeit und Ruhe investieren sollte und die hat man in der Regel eher zuhause als im Bus nach irgendwo.

Für mich selbst liegt der Nutzen darin: Kontakte bereit haben, gelegentlich mal News lesen und an Termine erinnert zu werden. Wer Kontakt aufnehmen will, der kann anrufen. Selten, dass ich unterwegs auch Online bin und bisher hat sich keiner beschwert. Termine und alles andere kann im heimischen W-Lan synchronisiert werden. E-Mails unterwegs? Mal im Ernst, braucht man das wirklich? Wichtig ist mir meine reale Welt wahrzunehmen und nicht ständig abgelenkt zu werden. Daher auch meine Beschränkung auf das, was ich wirklich brauche.

Der zweite Punkt: Oft wird auch mit mehr Produktivität und Zeitersparnis geworben. Wir können ja jetzt viele Dinge unterwegs erledigen. Was wir dabei vergessen, für dass richtige Arbeiten brauchen wir Ruhe, alleine um uns wirklich konzentrieren zu können. Denn nur dann liegt der Fokus wirklich auf der Tätigkeit bzw. unseren Zielen. Ok, kann man im Café finden, wenn es schlecht besucht ist, dann ist es wohl aber auch kein guter Laden. Warum geht man zum Arbeiten überhaupt in ein Café? Machen dies wirklich so viele, wie uns suggeriert wird? Ich bezweifle es stark! Ist man bei Freunden, dann sollte man wohl auch mal mit ihnen kommunizieren, so real meine ich. Warum ist man sonst dort? Für einen Skype-Chat etwa inklusive Videoübertragung?

Also, wo brauchen wir wirklich einen Online-Zugang für unsere Arbeit? Genau an dem Platz, wo wir wirklich arbeiten und das ist auch heute in der Regel keine Straßenbahn, kein Café und Hotels nur in den seltensten Fällen (Sind wir alle Blogger und Journalisten?). Letztere bieten aber in der Regel einen Netzzugang, der ausreicht um das wirklich Wichtige erledigen zu können. Auch bei Freunden, bei denen man länger ist und man der Arbeit nachgehen möchte, findet man meistens einen Zugang. Was haben aber alle diese Orte gemeinsam? Alle Zugänge sind tatsächlich Standort gebunden, „Internet zum mitschleppen“ ist das nicht, reicht aber absolut aus.

Wer jetzt denkt ich sei ein Verweigerer der technischen Entwicklung, weit gefehlt, ich versuche nur herauszufinden, was sich wirklich lohnt und wofür man am Ende seine „Kohle“ ausgibt. Ich bin gerne und viel unterwegs, allerdings brauche ich in diesen Momenten seltenst einen Internetzugang. Weil ich dann raus gehe und was von der Welt sehen will! Es tut gut, mal keinen Bildschirm vor den Augen zu haben, wenn keine Nachrichten zu lesen sind, egal von wem oder über was auch immer.

Dennoch schätze ich die technische Entwicklung: (Fast) keine Termine mehr vergessen. Mit dem Tablet auf der Couch ein Buch lesen oder im Web surfen. (Mobiler Internetzugang + mobile Couch wären doch mal eine Idee). Auch die Website meiner Bank ist nicht zu verachten. Schneller Überblick und was man da nicht alles machen kann, gefällt mir sehr gut, nur unterwegs brauche ich diese Features alle nicht. Und ich finde es tut einfach mal gut, zu hinterfragen, was es einem persönlich überhaupt bringt.

Jetzt dürft Ihr loslegen! Zu viel mobiles Internet heute oder immer noch zu wenig davon? Wirklicher Nutzen oder nur Spaß und Lifestyle?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.